Das Bewerbungsschreiben ist oft der erste Eindruck, den ein Bewerber beim Unternehmen hinterlässt. Ein klar gegliedertes Anschreiben nach DIN 5008 zeigt Sorgfalt und professionelle Dokumentenkenntnisse – beides Qualitäten, die Personalverantwortliche schätzen, lange bevor sie den Inhalt gelesen haben.
Warum DIN 5008 beim Bewerbungsschreiben?
DIN 5008 ist kein Selbstzweck, sondern ein Signal. Wer sein Anschreiben nach der Norm gestaltet, zeigt, dass Sorgfalt und Standards für ihn selbstverständlich sind. Gerade in Berufen mit viel Schriftverkehr – Bürokaufmann, Verwaltungsfachwirt, Rechtsanwaltsfachangestellte – ist das ein messbarer Vorteil.
Seitenränder und Schrift
Das Anschreiben wird auf einem DIN-A4-Blatt erstellt. Die Seitenränder entsprechen der Norm: links 24,1 mm (Form A), rechts mindestens 8 mm, oben 27 mm, unten mindestens 16,9 mm. Als Schrift empfiehlt sich eine klare serifenlose Schrift (Arial, Calibri, Helvetica) in 11 oder 12 Punkt, Zeilenabstand 1,0 bis 1,15.
Das Anschreiben sollte grundsätzlich auf einer Seite bleiben. Wer mehr als 400 Wörter schreibt, kürzt in der Regel am eigenen Vorteil.
Aufbau des Anschreibens
Ein DIN-5008-konformes Bewerbungsanschreiben besteht aus diesen Elementen:
- Absenderangaben (Name, Anschrift, Telefon, E-Mail) – linksbündig oben oder im vorgedruckten Briefkopf
- Empfängerangaben (Firmenname, Personalabteilung oder Name des Ansprechpartners, Straße, PLZ Ort) im Anschriftenfeld
- Datum – rechtsbündig im Informationsblock, z. B. „14. Oktober 2026"
- Betreff – fett, ohne das Wort „Betreff:", z. B. „Bewerbung als Kaufmännischer Mitarbeiter – Ihre Stellenanzeige vom 5. Oktober 2026"
- Anrede – möglichst namentlich: „Sehr geehrte Frau Müller,"
- Einleitung – Bezug zur Stelle, warum diese Position und dieses Unternehmen
- Hauptteil – relevante Qualifikationen und Erfahrungen, konkret und ohne Wiederholung des Lebenslaufs
- Schlussteil – Wunsch nach einem persönlichen Gespräch, Angabe zur Verfügbarkeit
- Grußformel – „Mit freundlichen Grüßen", gefolgt von handschriftlicher Unterschrift und Name in Druckschrift
- Anlagenvermerk – „Anlage: Lebenslauf, Zeugnisse" (ohne Doppelpunkt nach „Anlage")
Typische Fehler vermeiden
Folgende Punkte fallen Personalverantwortlichen schnell negativ auf:
- Fehlende oder falsch positionierte Absenderangaben
- Datum im falschen Format (z. B. „14.10.26" statt „14. Oktober 2026" oder „14.10.2026")
- Betreff mit vorangestelltem „Betreff:" – das ist nach DIN 5008 veraltet
- Großbuchstaben nach dem Komma der Anrede (nach „Sehr geehrte Frau Müller," beginnt der Text mit einem Kleinbuchstaben)
- Einrückungen am Absatzanfang – DIN 5008 sieht keine Einrückungen vor
- Mehr als eine Seite ohne konkreten Mehrwert
Anrede bei unbekanntem Ansprechpartner
Wenn keine Kontaktperson bekannt ist, lautet die Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren,". Es lohnt sich jedoch, vor dem Absenden kurz die Unternehmenswebsite zu prüfen oder die Rezeption anzurufen – eine namentliche Anrede hebt das Anschreiben deutlich von Massenbewerbungen ab.
Abschluss und Unterschrift
Der Schlusssatz sollte eine konkrete Einladung zum Gespräch ausdrücken, z. B.: „Über die Einladung zu einem persönlichen Gespräch freue ich mich." Eine eigenhändige Unterschrift zwischen Grußformel und gedrucktem Namen ist bei Postbewerbungen Standard. Bei digitalen Bewerbungen per E-Mail oder Bewerbungsportal wird die Unterschrift häufig als Bild eingefügt oder ganz weggelassen.
Weitere Orientierung zu Ausbildungs- und Stellenbewerbungen bietet die Bundesagentur für Arbeit.